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2011- Stockholm by bicycle

Anreise / Ängby-Camping

Stockholm, die Hauptstadt Schwedens, stand nach vielen Jahren wieder einmal auf unserem Reiseplan. Hier wollten wir diesen Urlaub einige Tage verbringen und uns auf nur wenige Ziele in der Stadt beschränken. So hatten wir u.a. die Vasa, eine 1628 auf der Jungfernfahrt gesunkene und 1961 gehobene Galeone (Segelschiff) und auch das Freilichtmuseum Skansen nicht auf dem Programm, da wir dort bereits vor einigen Jahren waren.
Ängby Camping, Stockholm - Bromma
Ängby-Camping, Stockholm - Bromma
Nachdem wir uns über Stellplätze und Campingplätze in und um Stockholm herum informiert haben, entschieden wir uns letztlich für den Campingplatz Ängby-Camping in Stockholm-Bromma. Der Campingplatz liegt ca. 10 km westlich vom Stockholmer Zentrum direkt am Mälaren, daran angrenzend  ein schöner Badeplatz und eine Freizeitanlage. Zur U-Bahn-Station sind es etwa 5 Minuten zu Fuß, und auch das Schloss Drottningholm, den Wohnsitz der schwedischen Königsfamilie, erreicht man nach etwa 2,5 Kilometern. Da wir auf unserer Tour unsere Räder mitgenommen hatten, entschieden wir uns, Stockholm mit dem Rad zu erkunden, zumal es in Stockholm ein sehr gut ausgebautes Fahrradwegenetz gibt. 

Nach unserer Anreise haben wir es uns erst einmal auf dem Platz "bequem" gemacht und ein erstes Bad im Mälaren genossen und anschließend den Campingplatz und die nähere Umgebung zu Fuß erkundet.

Gamla Stan - Östermalm - Djurgården - Kaknästornet

Am nächsten Morgen sind wir dann zum ersten Mal mit dem Fahrrad nach Stockholm gefahren. Unser Ziel war zunächst die Altstadt von Stockholm "Gamla Stan". Unterwegs kamen wir immer wir an verschiedenen Buchten des Mälaren vorbei. Der Werbeaussage "Stockholm - Beauty on water" konnten wir daher schon nach wenigen Kilometern zustimmen. 

 

    Wachwechsel am
    Stockholmer Schloss


In Gamla Stan haben wir uns als erstes zum Schloß begeben. Um 12.15 Uhr fand dort der tägliche Wachwechsel statt. Eine beeindruckende Zeremonie, besonders, wenn sie auch noch von einer Militärkapelle begleitet wird. Und die teilweise historischen Uniformen (jeweils abhängig von dem Regiment) waren auf Hochglanz poliert. Ein erstes Highlight unseres diesjährigen Stockholm-Besuches.

Anschließend sind wir durch die Altstadt zur St. Gertruds Kyrka, der "deutschen Kirche" in Stockholm, gebummelt. Die Kirche, die von deutschen Kaufleuten für die recht große deutsche Gemeinde in Stockholm errichtet wurde, beinhaltet viele wertvolle und historische Kunstwerke. Im Sommer bietet die Gemeinde auch ein kleines Gartencafé an, wo wir dann auch die traditionelle "Fika" (Kaffeepause) machten. Im Schatten der großen Bäume neben der Kirche konnten wir uns gut erholen.

In Stockholm ist immer etwas los. Auf unserem weiteren Bummeln trafen wir auf einem Platz auf eine Gruppe von Straßenmusikanten, die Musik aus den 20'ern Jahren spielten und auch entsprechend gekleidet waren. Sehr unterhaltsam. 


Anschließend fuhren wir mit dem Rad weiter. Über Östermalm und Djurgården ging es zum "Kaknästornet", dem Fernsehturm von Stockholm. Mit seiner stattlicher Höhe von 155 Metern bietet der Turm von der Aussichtsplattform aus eine phantastischen Sicht auf die ganze Stadt. Unterhalb der Aussichtsplattform finden sich wohl ein Café als auch ein Restaurant, von dem aus ebenfalls eine hervorragende Aussicht besteht. (Kleiner Fototipp am Rande: auf den Sonnenstand achten. Nachmittags ist es z.B. aufgrund des Gegenlichts recht schwierig, in Richtung Zentrum zu fotografieren.)

Anschließend fuhren wir wieder zu unserem Campingplatz, wo wir den Abend damit verbrachten, die Pläne für den nächsten Tag zu schmieden.

Norrmalm - Gamla Stan - Bootsrundfahrt

Heute fuhren wir zunächst in den Stadtteil Norrmalm - dieser liegt nördlich der Altstadt -, wo mit der Drottninggatan eine der zentralen Fußgängerzonen zum Bummeln und Einkaufen einlud. Hier gibt es eine Vielzahl von großen und kleinen Geschäften, und immer wieder auch Bars und Restaurants, in denen man es sich gemütlich machen konnte. Natürlich waren wir auch in mehreren Geschäften, u.a. zwei fast nebeneinanderliegenden H&M-Boutiquen jeweils im XXL-Format sowie auch in einem der größten Shoppingcenter in Stockholm, das Åhlens-Center. Es gab viel zu sehen und zu kaufen, und am Ende waren auch wir mit einigen Einkaufstaschen bepackt. 
     
 ç Drottninggatan Verwunschene Gasse in der Altstadt è

Nach dem Einkaufsbummel ging es erst einmal zurück in die Altstadt Gamla Stan und schlenderten dort durch die großen und kleinen Gassen. Die Altstadt ist geprägt von vielen alten und historischen Gebäuden, was neben den vielen kleinen Cafè's, Shops und Restaurants ihren Charm ausmacht.



Im Osten grenzt die Altstadt an den Mälaren. Dort am Ufer (Skeppsholmskajen) lagen viele größere und auch kleine Boote. Von hier aus starten diverse Fähren zu den anderen Stadtteilen, aber auch in die Schären vor Stockholm und zum Schloss Drottningholm. Ebenso gibt es hier die Möglichkeit, an verschiedenen Bootstouren teilzunehmen. Da wir dieses in Stockholm noch nicht mitgemacht hatten, beschlossen wir, Stockholm einmal aus einer anderen Perspektive zu erleben.
 

 
  

Nach der Bootstour genossen wir in der Altstadt noch ein leckeres Eis (schwedisches Eis ist einfach klasse) aus handgemachten frischen Waffeln, ein Genuss! Danch ging es wieder zum Campingplatz zurück. Mit einem Bad im Mälaren und einem Spiel beschlossen wir dann den Abend.

Ängby Camping - Schloss Drottningholm

Am dritten Tag war zunächst einmal Relaxen angesagt. Zwei Tage ständig auf den Beinen, das schafft einen schon. Nach einem gemütlichen Frühstück ging es erst einmal auf unseren Badeplatz und ins das Wasser. 

Am Nachmittag fuhren wir dann mit dem Rad nach Schloss Drottningholm. Die knapp 2,5 km lange Strecke hatten wir schnell geschafft. Drottningholm ist das wohl am besten erhaltene Königsschloss Schwedens und stammt aus dem 17. Jahrhundert. Es wurde im Auftrag von Königin Hedvig Eleonora vom Architekten Nicodemus Tessin dem Älteren nach französischem Vorbild erbaut. Gleichzeitig ist das Schloss auch der ständige Wohnsitz der schwedischen Königsfamilie. Da wir das Schloss selbst schon ein paar Jahre zuvor besichtigt hatten, wanderten wir in diesem Jahr nur durch den Schlosspark, der ebenfalls im 17. Jahrhundert nach Entwürfen von Nicodemus Tessin dem Jüngeren als Barockgarten angelegt wurde.

       

Vor dem Schloss (da haben wir keine Bilder gemacht) legten die aus dem Zentrum Stockholm kommenden Schiffe an. Auch von dieser Seite hatten wir somit eine idyllische Sicht auf das Schloss. Den Rest des Tages verbrachten wir, wie schon den Anfang, auf unserem Campingplatz bzw. im Mälaren.

Långholmen - Södermalm - Gamla Stan - Stockholm by Night

An unserem letzten Tag ging es noch einmal mit dem Rad nach Stockholm. Da wir uns wieder eine andere Strecke ausgewählt haben, kamen wir an verschiedenen Punkten vorbei, die wir ohne Rad wohl nie gesehen hätten. Stockholm ist mit seiner Kombination aus Wasser, Stadt, Felsen und natürlichem Grün einfach herrlich.

Von unserem Campingplatz aus ging es zunächst über Drottningholmsvägen und Långholmsgatan zu der Insel Långholmen. Unterhalb der Brücke bzw. Hochstraße liegt der Reisemobil-Stellplatz "Långholmens Husbilcamping", der aber nur in der Sommersaison geöffnet hat. Von der Långsholmgatan sind wir dann auf die Straße "Söder Mälarstand" abgebogen. Hier zieht sich von Långholmen bis zur Kreuzung "Slussen" bei der Altstand eine schöne Promenade. Die ganze Strecke hat man einen herrlichen Blick auf und über den Riddarfjärden. Die gesamte Tagesroute könnt ihr auf der Karte einmal verfolgen:

Fahrradtour in Stockholm


Gleich hinter der Promenade verläuft parallel zum Riddarfjärden eine Felskante, so dass im es im unteren Bereich nur wenige Gebäude gibt. Oben an der Felskante befinden sich verschiedene Lokalitäten, von denen man einen guten Ausblick auf Stockholm hat. Wir sind entlang des Wassers weitergefahren bis zum Museum / Ausstellungsgebäude "Fotografiska", das sich auf Fotografien spezialisiert hat. Von dort sind wir über ein Treppe zu "Hermans Trädgårdscafé" hinaufgestiegen. Von der Terrasse aus hat man einen tollen Blick auf die Altstadt von Stockholm, die große Kreuzung Slussen und die Insel Djurgården. Wir haben uns hier eine Pause gegönnt und bei einer Mahlzeit dem emsigen Geschehen auf dem Wasser von oben zugesehen. 

  
 
 
 

Anschließend ging es entlang dem Skeppsbrokajen zum Reichtstag und noch einmal in die Drottningsgatan zum Platz "Sergels Torg". Zurück durch die Altstadt sind wir dann wieder wie auf der Hintour am Riddarfjärden entlang gefahren. Bei der Auffahrt zur Långholmsgatan hat es dann Wilhelmine's Fahrrad erwischt - die Kette ist gerissen. Eine Reparatur war mangels Material (und auch noch Sonntag) unterwegs leider nicht möglich. Da wir den Weg zurück nicht ganz schieben wollten, sind wir, soweit es denn möglich war, im "Schleppverband" bis zu unserem Campingplatz gefahren. 

Am Abend ging es dann ausnahmsweise mit der U-Bahn (Tunnelbånan) noch einmal nach Stockholm, um dort unseren letzten Abend zu genießen. Beim Bummel durch die Altstadt fuhren auf einmal mehrere Heißluftballons über uns entlang. Wir hatten beinahe das Gefühl, sie wären zum Greifen nahe. Durch die Altstadt ging es dann hinüber zum Katharinenhissen, einem Aufzug und einer Aussichtsplattform, von der aus ein toller Blick auf Gamla Stan möglich ist. Leider war der Aufzug defekt, so dass wir die 38 Höhenmeter zur Plattform mittels Treppenstufen bewältigen durften. Oben angekommen, genossen wir dann den Sonnenuntergang über Stockholms Dächern. Zurück in der Altstadt, gab es noch einmal zum Abschluss ein leckeres Eis, bevor wir uns zur U-Bahn und damit auf die Rückfahrt zum Campingplatz begaben.

Am nächsten Morgen hieß es dann packen und Abschied nehmen von Stockholm. Aber erst nach dem "obligatorischen" Bad im Mälaren. Anschließend ging es quer durch Stockholm wieder in Richtung Süden zur E4. Hej då Stockholm!