Reiseziele‎ > ‎Deutschland‎ > ‎Nürburgring‎ > ‎

Tag 3: Samstag vor dem Rennen


Minardi während der Qualifikation
Der Samstag vormittag stand ganz im Zeichen der Formel 1. Die Zuschauertribüne war heute morgen schon deutlich besser gefüllt als am Freitag. Auch die Stimmung war gut. In zwei Vorläufen hatten wir ausgiebig Zeit, uns die ganzen Fahrzeuge zu betrachten. Alle Teilnehmer waren wieder dabei, am längsten dauerte die Reparatur wohl bei David Coulthard, der nur wenige Runden fuhr. Am Mittag startete dann die Qualifikation. Jetzt kam richtig Stimmung auf. Jeder Wagen wurde begrüßt, am lautesten natürlich der von Michael Schumacher.
Duell Schumacher vs. Hakkinen

Michael Schumacher ging dann auch sogleich in Führung, was kräftig bejubelt wurde. Bei jeder Verbesserung seiner Rundenzeit wurde der Jubel noch größer. Nach ungefähr der Hälfte der Zeit begann es zu regnen. Die Wagen wurde abgestellt, und jeder wartete ab, ob der Regen noch während der Qualifikationszeit wieder aufhören würde. Als der Regen nachließ, begab sich als erster Jean Alesi auf die Strecke, um ein paar einsame Runden zu drehen. Doch dann setzte er sein Fahrzeug recht schnell an eine Wand. Das war das Aus in der Qualifikation für ihn. Kurz darauf hörte es gänzlich auf zu regnen, und alle Fahrzeuge gingen unter dem Jubel des Publikums noch für ein paar Runden auf die Strecke. Der Lärm wuchs fast ins Unermäßliche, als die 21 Fahrzeuge die Tribüne Schlag auf Schlag passierten. Noch einmal durften wir dann einen Blick auf die Fahrzeuge werfen, dann war die Qualifikation vorbei. Ergebnis: Pole Position: David Coulthard, 2. Platz Michael Schumacher, 3. Platz Mika Hakkinen.

Lauf um den 
"großen Preis der Reinheit"
Nach der Qualifikation gab es dann eine kurze Pause - die Strecke wurde - wie übrigens nach jedem Rennen - gereinigt. Hier hatten wir die Chance, das erste Rennen zwischen 4 Kehrmaschinen auf dem Nürburgring zu genießen (siehe Foto). Streckenlänge: 1 Runde. Leider ist uns der spätere Sieger nicht mehr geläufig.
Nach dem Start: Einfahrt in das Veedol-S

Anschließend startete dann das Formel 3000 - Rennen. Gleich nach dem Start gab es in der ersten Kurve eine Karambolage mehrerer Fahrzeuge mit den ersten Ausfällen - das Safety-Car war angesagt. Nach einigen Runden mit dem Safety-Car war die Strecke wieder frei, da begann es zu regnen. Zunächst blieben bis auf wenige Fahrzeuge alle draußen - und kamen dann entsprechend ins Schleudern.

Formel 3000
Nachdem die Fahrbahn wieder mal dicht war, mußte daß Safety-Car die nächsten Runden ziehen. Viele Fahrer wechselten jetzt auch auf Regenreifen. Allerdings mußte das Safety-Car wohl bessere Reifen haben - die Fahrer konnten die Geschwindigkeit des Safety-Cars bei dem nunmehr strömenden Regen nicht mehr halten. Einige Runden weitere wurde die Strecke wieder freigegeben. 

Formel 3000
Nun folgten einige spannende Positionskämpfe. Dann spielte sich vor unseren Augen eine dramtische Szene ab: Innerhalb eine Gruppe kam es beim Überholmanöver zu einem gewaltigen Auffahrunfall. Das auffahrende Fahrzeug hob dabei ab, flog mehrere Meter durch die Luft, machte dabei eine Vierteldrehung und knallte mit allen vier Rädern wieder auf die Fahrbahn. Aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse konnte ein nachfolgendes Fahrzeug nicht mehr bremsen und rauschte mit voller Wucht in das gerade wieder gelandete Fahrzeug. Die Fahrbahn war mal wieder dicht - Safety-Car... Gottseidank ist keinem der betroffnenen Fahrer etwas passiert - das spricht für die Sicherheit der Fahrzeuge.

Safety Car auf Rekordkurs 
- zeitweise schneller als die Formel 3000
Im weiteren Verlauf wurde intensiv um jede Plazierung gefightet. Teilweise wurden die Kämpfe auch deutlich verbissener geführt als in der Formel 1. Das Rennen wurde dann von Andreas Scheld gewonnen. Die Siegerehrung konnten wir dann live auf der vor uns stehenden Großbildleinwand verfolgen. (Leider wurde er aufgrund eines regelwidrigen Teils am Fahrzeug noch am Abend disqualifiziert). Sieger wurde Bruno Junqueriva (BRA) vor Frabrizio Gollin (ITA) und André Conto (POR).

BMW ADAC Formel Meisterschaft
 Nach einer kurzen Pause durften dann die Youngsters zu ihrem ersten Rennen in der BMW ADAC Formel Meisterschaft antreten. Aufgrund der kleineren Fahrzeug und der schwächeren Motorisierung war hier doch deutlich der Unterschied zu den anderen Klassen zu merken. Dennoch kämpften auch die Fahrer in diesem Rennen tapfer um den Sieg. Bei den während des Rennens vorherrschenden schlechten Witterungsverhältnissen gab es dann auch keine aus unserer Sicht spektakularen Situationen. Das Rennen (Dauer: 20 Minuten + 1 Runde) gewann der Schweizer Benjamin Leuenberger.

Das nachfolgende Zeittraining im Porsche-Pirelli-Supercup brachte keinen neuen Erkenntnisse - die Wetterverhältnisse waren zu schlecht. Aber die Fahrzeuge hatten auch ihren Flair - trotz des Wetters.

Nürburgring - Camping 
direkt hinter der Rennstrecke
 Nach dem Zeittraining gingen wir - etwas mehr durchnäßt als am Freitag - wieder zu unserem Wohnmobil. In der Nachbarschaft wärmte man sich inzwischen an großen, aufgrund des Regens stark qualmenden Lagerfeuern äußerlich auf, innerlich halfen ein paar Bier nach. Wir genossen im Wohnmobil die Heizung und wärmten uns erst einmal richtig durch, um anschließend Abend zu essen. Dabei unterhielten wir uns noch ausführlich über die Geschehnisse dieses Tages - es gab viel zu bereden. Allmählich wurde es wieder trockener, und die Sonne kam wieder raus - somit beschlossen wir, auch heute abend noch unsere Runde zu drehen. Es war deutlich mehr los als am Freitag, und ein paar vereinzelte Camper suchten noch verzweifelt nach einem freien Platz in der Nähe des Nürburgringes. Wir wissen nicht, ob sie an diesem Abend noch etwas gefunden haben. Nachdem wir wieder die Teamausstellung passiert hatten, drückten sich auf der Rückseite des RTL-Gebäudes ein Schwung Zuschauer die Nase platt. Was war da los? Wir auch schnell hin - und da stand er leibhaftig: Michael Schumacher beim Autogramme geben, mit einem Eis in der freien Hand. Nach ein paar Minuten verzog er sich dann in das Regiegebäude des RTL. Andere Prominente bekamen wir an diesem Abend nicht zu Gesicht. Dafür konnten wir noch einmal den Hochbetrieb in Nürburg genießen.