Winter 1995 / Norwegen

Touren im Winter / Wintercamping

Mit unseren beiden Reisemobilen haben wir auf unseren Wintertouren in der Vergangenheit gute Erfahrungen gesammelt, auch wenn es keine speziell für den Winter gebauten Mobile sind. Die Isolation ist gut, und die Heizung schafft es, den Innenraum auf angenehme Temperaturen zu erwärmen. Da wir auch Teppichböden im Fahrzeug verlegt haben, ist es auch nicht fußkalt.

Umrüstung Abwassertank:
Die einzige wirklich erforderliche Umrüstung bestand darin, den Abwassertank und die außen liegenden Leitungen frostsicher zu machen. Da dieser unter dem Fahrzeug ohne ein schützende Isolation verbaut ist, wäre eine nachträgliche Umrüstung nur mit hohem Aufwand und entsprechenden Kosten durchzuführen. Daher haben wir uns eine wesentlich einfachere und kostengünstigere Lösung einfallen lassen:

Innerhalb des Fahrzeuges platzieren wir unter den Waschbecken in Küche und Bad jeweils einen Kanister, der das Abwasser aufnimmt. Anschließend haben wir die vorhandene Abwasserleitung vom Siphon getrennt und durch Schläuche ersetzt, die in die zwei kleineren Kanister führen.  Ein Deckel auf dem Kanister, durch den der Schlauch geführt wird, verhindert in diesem Zusammenhang, dass der Kanister einmal überläuft. Der Zeitaufwand für die Umstellung beträgt knapp 5 Minuten. Die Kosten für die Umrüstung betrugen nicht einmal 30,-- DM

Die Abwasserkapazität beträgt damit zwar nur noch 30 statt 100 Liter, aber sie genügt unseren Ansprüchen voll und ganz, zumal sich die Kanister ganz einfach in die Entsorgungsmöglichkeit (wobei auch Toilette oder Waschbecken in Frage kommen) entleeren lassen. Auf das Duschen im Reisemobil verzichten wir im Winter aufgrund der damit verbundenen hohen Luftfeuchtigkeit sowie dem entstehenden Kondenswasser sowieso. 

Und eingefrorene Abwassertanks und Leitungen gehören für uns seitdem der Vergangenheit an.

Winterreifen/Schneeketten:

 Zum Wintercamping empfehlen wir aus eigener Erfahrung, unbedingt Winterreifen aufzuziehen und Schneeketten mitzunehmen. Gerade bei den frontangetriebenen Alkovenfahrzeugen kommt es durch die ungünstige Gewichtsverteilung schnell dazu, daß die Antriebsräder an Steigungen oder beim Beschleunigen auf Schnee und Eis sehr leicht durchdrehen. Hier helfen Winterreifen sehr. Das Fahrzeug bleibt mit den Reifen deutlich sicherer in der Spur. Bei Steigungen verbunden mit Eis und Schnee reicht das oftmals nicht aus: hier sind Schneeketten gefragt. Besonders im ungünstigen Fall, wenn der Wagen an einer Steigung ins Rutschen kommt. Hier heißt aus Gründen der Sicherheit: lieber einmal zuviel die Schneeketten anlegen als unterwegs liegenzubleiben. Gute Dienste leisten die Schneeketten auch beim Bremsen - sie bringen das Wohnmobil sicher zum Stehen.

Fahrerhaus-Abtrennung:
Da uns Wohnmobil keine wärmeisolierende Fahrerhaus-Abtrennung besitzt und bei deutlichen Minus-Temperaturen trotz Fenster-Isolierung die Kälte aus dem Fahrerhaus in den Wohnteil zieht, was der serienmäßige dünne Vorhang nicht verhindern kann, haben wir nachträglich eine entsprechende Trennwand aus 2 Sperrholzplatten erstellt. Diese lassen sich leicht entnehmen und im Alkoven verstauen, wenn sie im Winter nicht benötigt wird. Auf eine stärkere Isolierung zum Fahrerhaus haben wir verzichtet, da der Trinkwassertank bei unserem Dethleffs z.T. im Fahrerhaus liegt und somit die Temperaturen im Fahrerhaus im Plus-Bereich liegen müssen. Diese einfache Lösung hat das Wärmeklima im Wohnbereich bei kalten Temperaturen deutlich verbessert.